Seit 1906 dreht sich bei Wikana – damals gegründet als „Kant Chokoladenfabrik AG“ – alles um Süßes: von der Schokolade in den Gründerjahren bis zu den unterschiedlichsten Keksva-riationen heute. Während der Kriegsjahre wird nichts Süßes produziert, weil Kakao nicht mehr von Hamburg über die Elbe bis Wittenberg transportiert werden kann. Nach dem Krieg liegt der Fokus zunächst auf dem dringend Benötigten: Kunsthonig, Haferflocken, Kaffeeersatz und Nudeln. Erst später kommt wieder Süßes dazu, ab 1953 als DDR Volkseigentum „WI(ttenberg)-KA(nt)-NA(dena)“.

Mit dem Ende der DDR fällt auch ein wesentlicher Großabnehmer für Dauerbackwaren weg: die Nationale Volksarmee. Wikana kommt in wirtschaftliche Schwierigkeiten, 1992 liquidiert die Treuhand das Unternehmen. Käufer ist der Hallenser Wolfgang Fischer, der Wikana als Familienunternehmen durch die turbulenten 1990er-Jahre führt. Mit 20 ehemaligen Beschäftigten startet das Unternehmen neu. Das Land Sachsen-Anhalt und die EU finanzieren für 3 Millionen Euro neue Produktionsanlagen.

Während zu DDR-Zeiten „richtige“ Produkte wie Kaffee oder Schokolade aus dem Westen kamen, werden ab Ende der 1990er-Jahre Ostwaren als die echten, ehrlichen und unverfälschten Produkte wahrgenommen. So haben die früher verschmähten Produktgruppen wieder gute Chancen auf dem Markt. Wer in den 1970er und 1980er Jahren seine Kindheit in der DDR verbrachte, hat weniger von Diktatur und Einengung gespürt und freut sich über die süßen Kindheits-erinnerungen. So auch Wikana: Wolfgang Fischer führt 1999 einen DDR-Klassiker, den kakaohaltigen Othello Keks, wieder ein. Die enorme Nachfrage rettet das Unternehmen. 2008 übernimmt seine Tochter Yvonne die Geschäftsführung.

Ob Lutherbrodt, Othello Keks, Hansa Keks oder der Butter Keks mit der Lutherrose – die Leckerbissen aus Wittenberg sind für viele Verbraucher seit ihrer Kindheit ein Genuss. Dabei ist Wikana in den neuen Bundesländern kaum vertreten – exportiert dafür in 16 Länder, vor allem Frankreich und Japan. Wikana produziert 5.000 Tonnen Kekse im Jahr.

Seit 2001 gibt es auch eine Bio-Linie, die mittlerweile 50% des Umsatzes erwirtschaftet. Uns haben es vor allem die Butterkekse angetan, mit Dinkelmehl gebacken und als einzige auf dem Markt ganz ohne Palmöl. Der echte Buttergeschmack ist unnachahmlich und einfach nur lecker. Deswegen machen wir für Wikana auch eine kleine Ausnahme von unserem 100km Radius (es sind 120 km bis Wittenberg).